„REM“ von Annika Strauss & Sebastian Fitzek
Spannender und fesselnder Thriller mit großem Potenzial und angenehmem Schreibstil, der jedoch durch ein einfallsloses, trendabhängiges und unpassendes Ende deutlich an Wirkung verliert.

„REM“ von Annika Strauss in Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek beginnt unglaublich stark: Die Idee, dass Albträume Realität werden, ist packend, originell und bietet enormes Spannungspotenzial. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und wollte unbedingt wissen, was hinter den Geschehnissen steckt. Besonders die Protagonistin Alysee hat mir gut gefallen – ihre Geschichte und die Geheimnisse rund um ihre Familie haben mich neugierig gemacht und emotional mitgenommen.
Bis etwa drei Viertel des Buches hätte ich ohne zu zögern die volle Punktzahl vergeben. Die Atmosphäre ist dicht, der Schreibstil angenehm flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Genau so stellt man sich einen fesselnden Thriller vor.
Leider konnte mich das Buch zum Ende hin nicht mehr überzeugen. Die Auflösung wirkte auf mich einfallslos und bedient sich eines derzeit sehr präsenten Themas, das wenig Raum für eigene Interpretation oder Überraschung lässt.
Dadurch verliert die Geschichte deutlich an Originalität. Zudem verschiebt sich das Genre im letzten Abschnitt spürbar – weg vom Horror-Thriller hin zu Science-Fiction, was für mich nicht ganz stimmig war und die zuvor aufgebaute Spannung etwas entwertet hat.
Insgesamt bleibt ein zwiespältiger Eindruck: Ein extrem starker Anfang und Mittelteil treffen auf ein enttäuschendes Ende. Sehr schade, denn das Potenzial war definitiv da.
★★★☆☆ (3/5)


